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Ausgabe vom 05. April 2017

Pilotprojekt »Move2Learn, Learn2Move« gestartet

(BG) Abgeordnete des Europäischen Parlaments, insbesondere der EVP-Vorsitzende Manfred Weber (Deutschland), haben nach dem Brexit-Votum die Idee der »#FreeInterrail«-Initiative aufgegriffen und gefordert, allen Jugendlichen zum 18. Geburtstag ein Interrail-Ticket zu schenken. Die jungen Leute sollten Europa entdecken und erleben. Die Forderung hatte zwar viel Sympathie erfahren, scheiterte jedoch am Realitätscheck. Die für die Initiative jährlich notwendigen 2 bis 2,5 Mrd. Euro - so die ersten Schätzungen - sind im Haushalt nicht verfügbar, außerdem darf die Europäische Union aus Wettbewerbsgründen nicht einen Verkehrsträger, in diesem Fall die Eisenbahn, gegenüber anderen bevorzugen.

Am 27.03.2017 hat die Europäische Kommission einen (enttäuschenden) Kompromiss vorgelegt. Eine Initiative namens »Move2Learn, Learn2Move« wurde von Bildungskommissar Navracsics gemeinsam mit Verkehrskommissarin Bulc vorgestellt. Die Mobilität von 5.000 bis 7.000 Schülerinnen und Schülern soll im Rahmen von Erasmus+ bezuschusst werden. Manfred Weber sprach von einem »Bürokratiemonster«, selbst die Sprecherin der Europäischen Kommission fragte bei der Vorstellung nach, ob die Darstellung kompliziert genug war.

Die Initiative steht allen Schulklassen sowie Schülerinnen und Schülern ab dem 16. Lebensjahr offen, die am »eTwinning-Programm« teilnehmen, einem Erasmus+-Unterprogramm zur Förderung von virtuellen Schulprojekten. Nur die besten Projekte können ihre Schülerinnen und Schüler auf die Reise schicken. Auswahlkriterium soll u. a. die soziale Inklusion sein. Eltern oder die Lehrkräfte beschließen nach dem Zuschlag, ob die Schülerinnen und Schüler im Rahmen einer Klassenfahrt oder einzeln reisen. Für das Programm stehen 2017 insgesamt 2,5 Mio. Euro zur Verfügung. Für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kommen alle Verkehrsträger, Verkehrsgesellschaften oder Strecken infrage, wobei jedoch Nachhaltigkeitskriterien zu beachten sind. Zahlreiche Verkehrsgesellschaften unterstützen die Initiative durch Sonderrabatte, darunter Interrail und die Deutsche Bahn.

Das Europäische Parlament wird sich mit dem Vorschlag wahrscheinlich nicht zufrieden geben, sie wertet ihn lediglich als Pilotprojekt. Gemäß den kürzlich vorgelegten Leitlinien für die Haushaltsverhandlungen 2018 zählt die Interrail-Initiative zu den Prioritäten des Europäischen Parlaments. Die Europäische Kommission wird explizit aufgefordert, die potenziellen Kosten und die Finanzierungsquellen zu bewerten und diesbezüglich Vorschläge außerhalb des Erasmus+-Programms vorzulegen.

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