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Sachsen-Verbindungsbüro Brüssel

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Ausgabe vom 14. März 2018

Europäische Kommission startet die Zusammenarbeit mit zehn Regionen und zwei Mitgliedstaaten für ein EU-Pilotprojekt zur Bewältigung des industriellen Wandels

(JB) Am 07.03.2018 kamen 10 von der Europäischen Kommission (GD Regionalpolitik) ausgewählte EU-Regionen, Sachsen, Kantabrien (Spanien), Centre-Val de Loire (Frankreich), Hauts-de-France (Frankreich), Grand-Est (Frankreich), Ost-/Nordfinnland, Greater Manchester (Vereinigtes Königreich), Norra Mellansverige (Schweden), Piemont (Italien), die Wallonie (Belgien) sowie die Mitgliedstaaten Litauen und Slowenien im Rahmen der Auftaktveranstaltung für Pilotregionen im industriellen Wandel in Brüssel zur Unterzeichnung der Pilotvereinbarung zusammen.

Stellvertretend für Sachsen betonte Ulrich Beyer (Abteilungsleiter/Sächsische Staatskanzlei), dass sich Sachsen seit über 25 Jahren in einem Transformationsprozess befinde und dank der Unterstützung aus Deutschland und der Europäischen Union bereits sehr viel erreicht habe. So weise Sachsen beispielsweise eine der höchsten Dichten bei der öffentlichen Forschung in Deutschland auf. Aber es gebe noch eine große Zahl von Problemfeldern aufgrund der kleinteiligen Wirtschaftsstruktur, zu wenig unternehmensinterner Forschung, verbesserungswürdigen Wissenstransfers von öffentlicher Forschung in die kleinen und mittleren Unternehmen, einer überalterten Erwerbsbevölkerung und erheblichen Disparitäten zwischen städtischen und ländlichen Räumen. Daher sei es notwendig, neue, hocheffiziente und innovative Maßnahmen zu entwickeln, um dem industriellen Wandel wirksam begegnen zu können. In Bezug auf anstehende Herausforderungen nannte Beyer insbesondere Globalisierung sowie Digitalisierung mit den Handlungsfeldern Breitbandausbau, Industrie 4.0 und e-Mobilität. Das bringe auch neue Anforderungen an die in Sachsen bedeutsamen Branchen wie Automobilbau und Zulieferer, Maschinenbau sowie ‎viele andere mit sich.

Darüber hinaus bestehe gerade in der besonders strukturschwachen Region Ostsachsen neuer und zusätzlicher Handlungsbedarf, um den Strukturwandel in den Braunkohleregionen wegen des erwartbaren Endes der Energiegewinnung aus der Braunkohle zu bewältigen. Ulrich Beyer brachte abschließend seine Hoffnung zum Ausdruck, den Austausch mit Experten und den anderen Regionen sowie den gegenseitigen Dialog mit der Europäischen Kommission noch mehr zu intensivieren, und hob hervor, dass es vor allem darauf ankomme, dass das Erreichtes nicht gefährdet werden dürfe.

In den Ausführungen der anderen Regionen standen insbesondere die Wettbewerbsfähigkeit, Bildung und Humankapital, Globalisierung, Digitalisierung, Clusterbildung sowie interregionale Kooperation im Vordergrund.

Hintergrund:
Sachsen wurde bereits in einem ersten Auswahlverfahren im Dezember 2017 zusammen mit Hauts-de-France (Frankreich), Norra Mellansverige (Schweden), Piemont (Italien) und der Wallonie (Belgien) als Pilotregion für den industriellen Wandel ausgewählt.

Im Rahmen dieses Pilotprojektes erhalten die ausgewählten Regionen die Möglichkeit, basierend auf ihren Prioritäten für die intelligente Spezialisierung, also die Fokussierung auf Wettbewerbsnischen, in denen die Regionen besonders stark sind, Strategien für den regionalen wirtschaftlichen Wandel zu entwickeln bzw. umzugestalten. Durch die Dienststellen der Europäischen Kommission, externe Sachverständige und die OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) soll maßgeschneiderte Unterstützung angeboten werden, um bei der Vorbereitung auf die Arbeitsplätze der Zukunft zu helfen, das Innovationsspektrum zu erweitern, die Umstellung auf eine CO2-arme Wirtschaft zu unterstützen, unternehmerische Initiativen anzuregen und integratives Wachstum zu fördern.

Zur Deckung der Kosten externer Sachverständiger, die zur Unterstützung der Arbeiten der Regionen erforderlich sein könnten, werden durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) bis zu 200.000 Euro je Region bereitgestellt. Sofern hinreichende Fortschritte bei der Entwicklung der regionalen Strategien für den wirtschaftlichen Wandel erzielt werden, wird für ihre zügige Umsetzung ebenfalls durch den EFRE eine Finanzhilfe von bis zu 300.000 Euro je Region zur Verfügung gestellt. Die Strategien für den regionalen Wandel sollen bis Ende 2018 vorliegen, sodass die entsprechenden Maßnahmen ab 2019 durchgeführt werden können.

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