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Ausgabe vom 14. März 2018

Europäische Kommission schlägt Verbesserungen beim Crowdfunding und für technologiegestützte Finanzdienstleistungen vor

(JB) Am 08.03.2018 hat die Europäische Kommission eine Verordnung zum Crowdfunding sowie einen Aktionsplan zur besseren Nutzung technologiegestützter Innovationen bei Finanzdienstleistungen (FinTech) veröffentlicht.

Der Aktionsplan soll es dem Finanzsektor ermöglichen, die raschen Fortschritte bei neuen Technologien wie Blockchain, künstliche Intelligenz und Cloud-Diensten für sich zu nutzen. Gleichzeitig sollen die Märkte sicherer und für neue Marktteilnehmer leichter zugänglich werden. Darüber hinaus schlägt die Europäische Kommission ein europaweites Label für Crowdfunding-Plattformen vor, damit die Lizenz eines Landes genügt, um die Plattform in der gesamten Europäischen Union zu betreiben.

Der Aktionsplan sieht 23 Schritte vor, um die Expansion innovativer Geschäftsmodelle zu fördern, den Einsatz neuer Technologien zu unterstützen, die Cybersicherheit zu erhöhen und die Integrität des Finanzsystems zu stärken. Vorgesehen sind unter anderem folgende Maßnahmen:

  • Europäische Kommission wird ein EU-FinTech-Labor ausrichten‚ bei dem europäische und nationale Behörden in einem neutralen, gemeinnützigen Rahmen mit Anbietern von Technologielösungen zusammenkommen.
  • Bericht des »EU Blockchain Observatory and Forum« in 2018 über die Chancen und Risiken von Kryptoanlagen. Das Forum soll auch an einer umfassenden Strategie für Distributed-Ledger- und Blockchain-Technologien arbeiten, die alle Bereiche der Wirtschaft berücksichtigt. Ein Distributed-Ledger ist eine Datenbank, die in einem Netzwerk geteilt wird. Die bekannteste Form des Distributed-Ledger ist die Blockchain.
  • Europäische Kommission wird Stellungnahmen dazu einholen, wie sich die Digitalisierung der von börsennotierten Unternehmen in Europa veröffentlichten Informationen am besten fördern lässt, unter anderem durch den Einsatz innovativer Technologien zur Vernetzung nationaler Datenbanken. Damit sollen Anleger sehr viel einfacher auf wesentliche Informationen zugreifen können, auf deren Grundlage sie ihre Investmententscheidungen treffen.
  • Veranstaltung eines Workshops, um den Informationsaustausch im Bereich der Cybersicherheit zu verbessern.
  • Vorlage eines Konzepts mit empfehlenswerten Praktiken bei regulatorischen »Sandkästen« auf der Grundlage von Leitlinien der Europäischen Aufsichtsbehörden. Ein regulatorischer »Sandkasten« ist ein von Regulierungsbehörden errichteter Rahmen, der es FinTech-Startups und anderen Innovatoren ermöglicht, unter Aufsicht einer Regulierungsbehörde lebensechte Experimente unter kontrollierten Bedingungen durchzuführen. Regulatorische »Sandkästen« gewinnen zunehmend an Beliebtheit, vor allem auf entwickelten Finanzmärkten.

Mit dem Vorschlag zum Crowdfunding soll es für Plattformen einfacher werden, ihre Dienstleistungen EU-weit anzubieten und den Zugang zu dieser innovativen Finanzierungsform für Unternehmen mit Finanzierungsbedarf zu verbessern. Die Verordnung soll dafür sorgen, dass die Plattformen auf der Grundlage eines einheitlichen Regelwerks ein EU-Label beantragen können. Damit werden sie ihre Dienstleistungen in der gesamten Europäischen Union anbieten dürfen. Anleger auf Crowdfunding-Plattformen sollen durch klare Regeln für die Offenlegung von Informationen, für die Governance und für das Risikomanagement sowie durch eine kohärente Beaufsichtigung geschützt werden.
(Quelle: Europäische Kommission)

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