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Ausgabe vom 26. September 2018

Neuen Zahlen zufolge entgehen den Mitgliedstaaten nach wie vor Mehrwertsteuereinnahmen von rund 150 Mrd. Euro

(JB) Einer am 21.09.2018 von der Europäischen Kommission veröffentlichten Studie zufolge gehen den Mitgliedstaaten im Jahr 2016 Mehrwertsteuereinnahmen in Höhe von annähernd 150 Mrd. Euro verloren.

 

Die sogenannte Mehrwertsteuerlücke entspricht der Differenz zwischen den erwarteten und den tatsächlich erzielten Mehrwertsteuereinnahmen. Zwar haben die Mitgliedstaaten aus Sicht der Europäischen Kommission viel getan, um die Mehrwertsteuererhebung zu verbessern, doch zeigen die neuen Zahlen, dass eine Reform des derzeitigen EU-Mehrwertsteuersystems sowie eine bessere Zusammenarbeit auf EU-Ebene notwendig sind, damit den Mitgliedstaaten die Mehrwertsteuereinnahmen in vollem Umfang für die Finanzierung ihrer Haushalte zur Verfügung stehen.

 

Nominal ist die Mehrwertsteuerlücke um 10,5 Mrd. Euro auf 147,1 Mrd. Euro im Jahr 2016 zurückgegangen, d. h. auf 12,3 % der gesamten Mehrwertsteuereinnahmen, gegenüber 13,2 % im Vorjahr. Nach wie vor gibt es große Unterschiede zwischen den Ländern. In 22 Mitgliedstaaten hat sich die Mehrwertsteuerlücke verringert. Bulgarien, Lettland, Zypern und die Niederlande haben mit einem Rückgang von mehr als fünf Prozentpunkten sehr gute Fortschritte erzielt. In sechs Mitgliedstaaten dagegen - Rumänien, Finnland, Vereinigtes Königreich, Irland, Estland und Frankreich - ist die Mehrwertsteuerlücke größer geworden.

 

Hintergrund:

Die Studie über die Mehrwertsteuerlücke wird aus dem EU-Haushalt finanziert und ihre Ergebnisse sind für die Union und die Mitgliedstaaten gleichermaßen von Bedeutung, da die Mehrwertsteuer einen wichtigen Beitrag zum Unionshaushalt und zu den nationalen Haushalten darstellt. Bei der Studie wird ein »Top-down«-Ansatz angewandt und die Mehrwertsteuerlücke wird anhand von Daten aus den volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen geschätzt.

 

Der Bericht enthält zum ersten Mal eine umfassendere Analyse der Auswirkungen bestimmter externer Faktoren wie Produktionsstruktur der Wirtschaft und Arbeitslosigkeit sowie von Faktoren, auf die die Steuerverwaltungen direkten Einfluss haben, wie die Größe der Steuerverwaltung und die IT-Ausgaben. Dieser Aspekt ist besonders wichtig, da höhere IT-Investitionen in der Regel zu einer Verringerung der Mehrwertsteuerlücke führen, wie bereits in früheren Empfehlungen der Europäischen Kommission an die Mitgliedstaaten dargelegt wurde.

(Quelle: Europäische Kommission)

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