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Ausgabe vom 02. März 2011

Zuversichtliche Prognose für Deutschland

(KF/Praktikantin Claudia Schneider) Am 22.02.2010 stellte Professor Hans-Werner Sinn den zehnten Bericht des Europäischen Ökonomiebeirates (European Economic Advisory Group) in Brüssel vor. Die European Economic Advisory Group (EEAG) ist ein europäischer Sachverständigenrat, der 2001 von CESifo, der Gemeinschaftsorganisation des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung und dem Center for Economic Studies (CES) der Universität München ins Leben gerufen wurde.

Mit besonderem Interesse wurden dabei seine Einschätzungen zu der Frage erwartet, wie die Europäische Union im Falle Griechenlands weiter verfahren sollte (siehe WiB-Artikel vom 25.10.2010). Professor Sinn präsentierte drei gleichwertig pessimistische Prognosen. Eine Unterstützung Griechenlands nach den augenblicklichen Konditionen würde gerade die zwingend notwendige Wettbewerbsfähigkeit nicht verbessern, während härtere Restrukturierungen im Lande selbst zu innenpolitisch wohl kaum durchstehbaren Konsequenzen führen könnten. Die dritte Alternative, der Austritt aus der Eurozone, würde jedoch erneut unabsehbare Erschütterungen im Bankensektor verursachen und – um Professor Sinn zu ergänzen – auch unabsehbare Folgen für die Glaubwürdigkeit der Eurozone als solche hervorrufen. Entgegen anderslautender Presseberichte betonte er ausdrücklich, dass eine wissenschaftliche Lösung nicht präsentiert werden könne. An dieser Stelle sei vielmehr die Politik gefordert.

Professor Sinn stellte ferner einen dreistufigen Krisenmechanismus vor, der gefährdete Staaten vor einer Insolvenz schützen würde, ohne jedoch eine Vollversicherung darzustellen. »Replacement Bonds« werden dabei beispielsweise nur unter engen Bedingungen bis maximal 80 % durch den Rettungsmechanismus teilgarantiert. Er betonte dabei explizit, dass eine Europäische Wirtschaftsregierung nicht, wie beispielsweise durch eine Festsetzung der Lohnhöhe, in reine Marktparameter eingreifen solle. Damit werde eine schnelle Anpassung des Marktes an veränderte ökonomische Bedingungen behindert. Wichtiger sei die Befolgung der bereits vorhandenen Regeln, wie beispielsweise jene des Stabilitäts- und Wachstumspaktes. Dies war bekanntlich in der Vergangenheit nicht wirklich der Fall gewesen.

Optimistischer zeigte sich Professor Sinn bezüglich der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung Europas und insbesondere Deutschlands. Es sei mit einer robusten wirtschaftlichen Entwicklung zu rechnen, die auch mit sinkenden Arbeitslosenzahlen einhergehe. Sowohl die allgemeine Industriekonjunktur als auch der Großhandel verzeichnen steigendes Wachstum. Auch das Baugewerbe habe sich trotz des frühen Wintereinbruchs wieder stabilisiert. Doch nicht nur Deutschland entwickle sich positiv, auch die Nachbarstaaten weisen zunehmend Erfolge auf. Die sich dadurch verringernden Wachstumsunterschiede innerhalb der Eurozone seien als positives Zeichen zu werten. Sorge bereiten jedoch branchenübergreifend die seit 15 Jahren größten Preisanstiege für Energie und Rohstoffe.
(Quelle: EEAG)

Der Report ist auf der Website der CESifo-Gruppe verfügbar.

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